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Yes, we care! - Eine Nachlese zur 103. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie in Frankfurt am Main

DGP-Jahrestagung 2019 im Kap Europa in Frankfurt am Main. Foto: ©bernd-roselieb.com.
Eröffnung der Jahrestagung durch den Tagungspräsidenten Prof. Kurt Werner Schmid. Foto: Foto: ©bernd-roselieb.com.
Sitzung der AG Molekularpathologie. Foto: ©bernd-roselieb.com.
Posterbegehung. Foto: ©bernd-roselieb.com.
Keynote von Dr. Hans Clevers aus Utrecht. Foto: ©bernd-roselieb.com.
Parlamentarische Staatssekretärin im BMG Sabine Weiss, MdB. Foto: ©bernd-roselieb.com.
Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand des DSO. Foto: ©bernd-roselieb.com.
MTA-Programmstrang in Kooperation mit den Bamberger Morphologietagen. Foto: ©bernd-roselieb.com.
Get-Together am ersten Abend der Tagung. Foto: ©bernd-roselieb.com.

Unter dem Motto: Yes, we care! beschäftigte sich die deutschsprachige Pathologie auf ihrer 103. Jahrestagung vom 13. bis 15. Juni 2019 in Frankfurt am Main mit der Präzisionsonkologie, der endokrinen und neuroendokrinen Pathologie, der Transplantationspathologie und den neuesten Erkenntnissen in der Molekularpathologie und der digitalen Technik. Besondere Highlights waren zudem die Vorstellung des DGP-Aufarbeitungsprojektes „Pathologie in der NS-Zeit“ sowie eine Debatte zur neuen Gesetzgebung im Bereich Organtransplantation mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium Sabine Weiss, MdB, sowie Axel Rahmel, dem medizinischen Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO). Im Vorfeld der Jahrestagung fand außerdem ein Chinesisch-Deutscher Workshop statt. Der diesjährige Rudolf-Virchow-Preis der DGP wurde an Daniela Hirsch aus Mannheim für ihre Arbeit über den Zusammenhang von Morbus Crohn und kolorektaler Karzinogenese verliehen. Michael Mihatsch erhielt die Rudolf-Virchow-Medaille für sein lebenslanges Engagement für die Pathologie und seine besonderen Verdienste im Bereich Nephropathologie.

Mit 735 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, 51 beteiligten Firmen und 139 eingeladenen Referentinnen und Referenten in 81 wissenschaftlichen Sitzungen und Workshops ging am 15. Juni 2019 die dreitägige Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie im Kap Europa in Frankfurt am Main zu Ende. Für die Konferenz wurden insgesamt 461 Abstract-Beiträge eingereicht.

Tagungspräsident Kurt Werner Schmid, Institutsdirektor der Pathologie am Universitätsklinikum Essen ist zufrieden mit dem Ergebnis der Konferenz: „Wir hatten eine Jahrestagung mit sehr hoher Interdisziplinarität, aber auch außergewöhnlich hoher internationaler Beteiligung. Die Beiträge zu unseren Hauptthemen Präzisionsonkologie, Transplantationspathologie, endokrine Pathologie waren von beeindruckender Qualität, wobei zu allen Themen die Molekularpathologie und Digitalisierung in der Pathologie tragende Rollen eingenommen haben. Besonders gelobte Höhepunkte waren aber auch die Ausstellung zur NS-Zeit in der Pathologie sowie die Diskussionsrunde zur Widerspruchsregelung bei der Organspende.“

Kongressprogramm
Als Keynote-Speaker zum Schwerpunkt Präzisionsonkologie sprach der weltberühmte Molekulargenetiker Hans Clevers aus Utrecht zum Thema „Stem cell-based organoids in human disease“.
Der Münchner Pathologe Günther Klöppel hielt die Keynote für den Bereich endokrine/neuroendokrine Pathologie zur Klassifizierung neuroendokriner Neoplasien.
Auch in den Sitzungen der 14 Arbeitsgemeinschaften der DGP wurden insgesamt 10 Beiträge namhafter Gastreferenten und -referentinnen (bspw. C. Basso (Padua), F. Radvanyi (Paris), E. Rakha (Nottingham) oder G. Rindi (Rom) uvm.) sowie zahlreiche themenspezifische Updates organisiert.
Die Beteiligung an den Sitzungen war auch in diesem Jahr wieder erfreulich hoch.

Kooperationen
Als besonderer Kooperationspartner war in diesem Jahr die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) am Kongressprogramm beteiligt. Die DGN und die DGP haben in diesem Frühjahr eine Grundsatzvereinbarung zur Verstetigung der gemeinsamen Kooperation geschlossen. Tagungspräsident Kurt Werner Schmid wurde zum korrespondierenden Mitglied der DGN ernannt. Der Präsident der DGN, Bernd Krause, richtete während der Eröffnungsveranstaltung ein Grußwort an die DGP.

Außerdem hat sich in diesem Jahr auch die Gesellschaft für Humangenetik (GfH) mit Beiträgen beteiligt.

Das Workshop-Angebot der Internationalen Akademie für Pathologie (IAP) wurden um zwei Veranstaltungen auf insgesamt sechs erweitert.
In Zusammenarbeit mit den Bamberger Morphologietagen hat es auch auf dieser Jahrestagung wieder einen Programmstrang für MTA/MTLA gegeben.

Pre-Meeting: Sino-German-Workshop der CSP und der DGP
Am 12. Juni 2019, einen Tag vor dem Beginn der DGP-Jahrestagung, fand in Frankfurt am Main bereits ein Sino-German-Workshop statt, der von der DGP sowie der chinesischen Fachgesellschaft für Pathologie CSP organisiert wurde. Der Workshop hatte circa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, zu denen eine Delegation von 20 chinesischen Pathologinnen und Pathologen gehörte. Am 13. Juni 2019 wurde auf der Jahrestagung ein Memorandum of Understanding (MoU) zwischen der CSP und der DGP geschlossen, um die weitere Zusammenarbeit zu festigen und auszubauen.

Aufarbeitungsprojekt zur Pathologie im Nationalsozialismus
Im Frühjahr 2018 hat die Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP) das Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Uniklinik RWTH Aachen beauftragt, die Pathologie im Nationalsozialismus zu erforschen. Die Ergebnisse des Projektes wurden während der Jahrestagung in einer Pressekonferenz, einer Ausstellung und einer Themensitzung im Hauptprogramm vorgestellt. Die Resonanz auf das Projekt war sehr positiv. Weitere Informationen

Debatte: Neue Gesetzgebung in der Organtransplantation
Die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss und Axel Rahmen hielten im neuen Debatten-Format auf der DGP-Jahrestagung ein beherztes Plädoyer für die Einführung der doppelten Widerspruchsregelung in die Gesetzgebung zur Organtransplantation. Sie verwiesen dabei auf die sehr geringen Spenderraten in Deutschland im internationalen Vergleich und die zudem hohe Rate an marginalen Spenderorganen. Beide waren sich darin einig, dass ein Paradigmenwechsel und damit eine echte Hilfe für die betroffenen Patientinnen und Patienten nicht ohne hohe Überzeugungsarbeit in Form einer öffentlichen Debatte und vor allem nicht ohne eine allgemeine Verpflichtung der Bevölkerung, sich für oder gegen eine eigene Organspende auf einem Spenderausweis zu entscheiden, funktionieren wird.

Verleihung des Rudolf-Virchow-Preises an Frau Dr. Daniela Hirsch aus Mannheim
Die Rudolf-Virchow-Stiftung für Pathologie hat Daniela Hirsch vom Universitätsklinikum Mannheim für ihre hervorragende Forschungsarbeit zum Zusammenhang von Morbus Crohn und kolorektaler Karzinogenese geehrt. Die Rudolf-Virchow-Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Weitere Informationen

Verleihung der Rudolf-Virchow-Medaille an Herrn Prof. Dr. med. Michael Mihatsch
Die diesjährige Rudolf-Virchow-Medaille wurde an Michael Mihatsch, früherer Institutsdirektor der Pathologie am Universitätsspital Basel verlieren.
Er wurde damit für sei lebenslanges Engagement für das Fach Pathologie, vor allem auf seinem Spezialgebiet der Nephropathologie umfasst. So hat er nicht zuletzt dazu beigetragen, dass die „Phenacetinniere“ ausgerottet werden konnte.
Weitere Informationen

Es wurden außerdem zwei Forschungspreise, zwei Promotionspreise, vier Posterpreise sowie zwei Preise für die besten Beiträge in der Arbeitsgemeinschaft Knochen-, Gelenk- und Weichgewebspathologie vergeben. Mehr Informationen

Weitere Informationen zur Tagung erhalten Sie auch auf der Kongresshomepage und aus dem Abstractband zur Veranstaltung.

Bei Veröffentlichungen bitten wir um Zusendung eines Beleges. Vielen Dank!

Informationsnachweis:
Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP), Robert-Koch-Platz 9, 10115 Berlin
Tel.: 030 / 25 76 07 27
www.pathologie-dgp.de, geschaeftsstelle@pathologie-dgp.de

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