Wissenschaftliche Schwerpunkte
Vier Keynote-Vorträge setzten die inhaltlichen Akzente: Thematisiert wurden unter anderem der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der pathologischen Diagnostik, PharmacoOmics als neues Werkzeug in der Krebstherapie sowie die Lehren aus hochpathogenen Vogelgrippeviren für die Pandemievorsorge. Erstmals richtete sich ein eigenes Programmangebot explizit an Nicht-Patholog*innen und öffnete damit die Tagung für ein breiteres wissenschaftliches Publikum.
Die diesjährigen Themenschwerpunkte richteten sich am Motto „Pathology meets Hightech“ aus. Im Fokus standen High-End-Technologien wie modernste Mikroskopiertechniken und Proteomicsanalysen, die gemeinsam mit Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftlern fachübergreifend diskutiert wurden. Daneben nahm die Digitale Pathologie als aufstrebendes, die gesamte Disziplin revolutionierendes Feld breiten Raum ein. In Sessions, Keynotes und Arbeitsgruppen erörterten nationale und internationale Expertinnen und Experten die aktuellen Entwicklungen. Das Thema „One Team“ beleuchtete das Zusammenspiel der Pathologie mit verwandten Fachgruppen wie Neuropathologie sowie Rechts- und Veterinärmedizin, da gute Medizin stets das funktionierende Miteinander aller beteiligten Disziplinen voraussetzt. Ergänzt wurde dies durch den „One Health“-Ansatz, der Wechselwirkungen zwischen Mensch, Tier und Umwelt in den Blick nahm, etwa bei Infektionskrankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden können, wie dem Borna-Virus.
Pathologie: unverzichtbarer Lotse in der medizinischen Diagnostik
Die Pathologie – die Lehre der Erkrankungen – ist das diagnostische Fundament der modernen Medizin. Ob Fehlbildungen, Stoffwechselstörungen, Entzündungen, Infektionen oder Tumoren: In der Pathologie werden die entscheidenden Diagnosen gestellt. In Deutschland werden nach konservativer Schätzung mindestens zwölf Millionen Fälle pro Jahr pathologisch untersucht. 95 Prozent davon werden ausschließlich mikroskopisch diagnostiziert – konventionell oder zunehmend digital. Ergänzt wird dies durch molekularbiologische Methoden und den wachsenden Einsatz Künstlicher Intelligenz. Die rasant gewachsene Sequenzierkapazität, von wenigen Genomen pro Jahr zu Beginn des Human-Genom-Projekts (1992–2004) bis zu 2,5 Millionen Sequenzierungen jährlich heute, eröffnet der pathologischen Präzisionsdiagnostik völlig neue Möglichkeiten.
Neue Arbeitsgemeinschaft gegründet
Am 28. Mai 2026 wurde auf der Jahrestagung die neue Arbeitsgemeinschaft „Lehre und Weiterbildung“ der DGP gegründet. Sie schließt eine strukturelle Lücke und übernimmt damit einen zentralen Auftrag aus dem Mission Statement der Fachgesellschaft: die systematische Förderung und Weiterentwicklung von Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Pathologie – auf allen Ebenen, von der medizinischen Ausbildung bis zur fachärztlichen Qualifizierung. Als gleichberechtigte Gründungssprecherinnen wurden Frau Prof. Dr. Christiane Kümpers (Lübeck) und Frau Prof. Dr. Beate Straub (Mainz) gewählt.
Internationale Vernetzung
Die Tagung unterstrich die wachsende internationale Dimension der DGP. Delegationen der Chinese Society of Pathology (CSP), der Japanese Society of Pathology (JSP) sowie Vertreterinnen und Vertreter der ungarischen, zypriotischen und – erstmals – der neu gegründeten kambodschanischen Gesellschaft für Pathologie waren in Augsburg zu Gast. Der gegenseitige Austausch mit pathologischen Partnergesellschaften ist seit Jahren fester Bestandteil der DGP-Jahrestagung; Gegeneinladungen in die jeweiligen Länder sind institutionell verankert.
Link zur Tagungshomepage der 109. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie
Kontakt für Rückfragen:
Saskia Lehmkühler
Referentin Mitgliederangelegenheiten & Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.
Berlin, www.pathologie-dgp.de,
geschaeftsstelle@pathologie-dgp.de, Tel. +49 30 25760727
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