Tagungspräsident Prof. Dr. Bruno Märkl (Universitätsklinikum Augsburg) hatte das Programm konsequent am Motto „United in Science – Crossing lines, Creating knowledge" ausgerichtet: gezielt überwunden wurden die Grenzen zwischen Subdisziplinen, zwischen Human- und Veterinärmedizin sowie zwischen klinischer Praxis und wissenschaftlicher Avantgarde. Vier Keynote-Vorträge setzten die inhaltlichen Akzente – zu Künstlicher Intelligenz in der pathologischen Diagnostik, zu PharmacoOmics als neuem Werkzeug in der Krebstherapie, zu den Lehren aus hochpathogenen Vogelgrippeviren für die Pandemievorsorge sowie zur langen Wegstrecke von der wissenschaftlichen Entdeckung bis zur Kommerzialisierung. Erstmals war auch ein eigenes Programmangebot explizit an Nicht-Patholog*innen gerichtet und öffnete die Tagung damit für ein breiteres wissenschaftliches Publikum.
Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Themenfeld „Pathology meets Hightech": Modernste Mikroskopiertechniken und Proteomicsanalysen wurden gemeinsam mit Naturwissenschaftler*innen fachübergreifend diskutiert. Die Digitale Pathologie als aufstrebendes Feld nahm breiten Raum ein. Ergänzt wurde das Programm durch den „One Team"-Ansatz, der das Zusammenspiel der Pathologie mit Neuropathologie, Rechts- und Veterinärmedizin beleuchtete, sowie durch den „One Health"-Gedanken, der Wechselwirkungen zwischen Mensch, Tier und Umwelt – etwa bei zoonotischen Infektionskrankheiten – in den Blick nahm.
Die Tagung war durch eine starke internationale Beteiligung geprägt: Delegationen der Chinese Society of Pathology, der Japanese Society of Pathology sowie der Chinese American Pathologists Association und Vertreter*innen aus Ungarn, Zypern und Kambodscha reisten nach Augsburg. Insgesamt kamen die Teilnehmenden aus 16 Nationen. Der gegenseitige Austausch mit internationalen Partnergesellschaften ist seit Jahren fester Bestandteil der DGP-Jahrestagung, und Gegeneinladungen in die jeweiligen Länder sind institutionell verankert. Wie bereits im Vorjahr in Leipzig war die Konferenzsprache Englisch, um der wachsenden Internationalität Rechnung zu tragen.
Ein struktureller Meilenstein war die Gründung der neuen Arbeitsgemeinschaft „Lehre und Weiterbildung" der DGP am 28. Mai 2026. Sie schließt eine Lücke und übernimmt einen zentralen Auftrag aus dem Mission Statement der Fachgesellschaft: die systematische Förderung von Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Pathologie auf allen Ebenen. Als gleichberechtigte Gründungssprecherinnen wurden Prof. Dr. Christiane Kümpers (Lübeck) und Prof. Dr. Beate Straub (Mainz) gewählt.
Ebenfalls neu in diesem Jahr war die Honors & Awards Session, in der erstmals verschiedene Personengruppen – darunter Sprecher*innen der Arbeitsgemeinschaften, langjährig verdiente Mitglieder sowie Vertreter internationaler Partnergesellschaften – mit entsprechenden Urkunden geehrt wurden.
Die diesjährigen Hauptauszeichnungen gingen an herausragende Persönlichkeiten des Faches: Den Rudolf-Virchow-Preis erhielt Herr Dr. med. Felix Kommoss (Universitätsklinikum Heidelberg) für seine Arbeit „Räumliche Einzelzell-Transkriptomanalyse eines linienverfolgbaren Mausmodells des DICER1-Syndroms“, die neue Erkenntnisse zur Tumorentwicklungshierarchie liefert. Die Rudolf-Virchow-Medaille wurde Herrn Prof. Dr. Christian Wittekind verliehen, der sich über Jahrzehnte als maßgeblicher Herausgeber und Übersetzer der TNM-Klassifikation maligner Tumoren um die internationale Standardisierung der onkologischen Diagnostik verdient gemacht hat.
Wir danken allen Referierenden, Mitwirkenden und Teilnehmenden herzlich für ihr Engagement sowie den 49 Sponsoring-Partnern in der begleitenden Industrieausstellung und den Symposien für ihre Unterstützung!
Wir freuen uns bereits auf die 110. Jahrestagung der DGP, die vom 20. bis 22. Mai 2027 in Düsseldorf stattfinden wird!
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