In der zweiten Ausgabe unserer Online-Reihe „Career Path Talks“ erzählte die Lungenpathologin Sabina Berezowska (CHUV Lausanne) erfrischend offen, mit einiger Selbstironie und einer klaren Botschaft, wie sie ihren Weg gefunden hat. Moderiert wurde der Abend von Mirjam Forberger.
„Mein Arm war schon oben“
Ihr Weg führte von München über Bern nach Lausanne, und zwar weniger nach Plan als durch beherzte Entscheidungen. Zur Lungenpathologie kam sie, als in einer Facharztsitzung jemand für das Gebiet gesucht wurde: „So schnell konnten die Leute gar nicht gucken – mein Arm war schon oben.“ Ahnung davon? Bedingt. Also las sie sich intensiv ein und ging für einige Monate zu Jeffrey Myers nach Ann Arbor.
Hand heben, Spaß behalten
Nach diesem Prinzip kam sie auch ins Pathologie-Komitee der International Association for the Study of Lung Cancer – per Bewerbung, ohne dort jemanden zu kennen. „Zufälle entstehen, wenn man ganz häufig die Hand hebt.“ Vorträge nimmt sie am liebsten zu Themen an, von denen sie noch wenig weiß, denn mit Adrenalin in den Adern lerne man mehr und schneller. Ihr Rat: „Machen Sie einfach.“
Geforscht hat sie stets neben 100 Prozent Diagnostik; ihr Tipp dafür ist eine feste halbe Stunde am Tag. Auch zehn Fälle einer seltenen Entität auszuwerten sei Forschung, das Wort solle niemanden abschrecken. Ihr Doktorvater ließ sie einfach machen, und diese Freiheit gibt sie weiter: „Es steckt viel mehr in den Menschen, als sie sich selbst zutrauen.“
Genie sei dafür nicht nötig: „Man muss einfach nur normal sein und verlässlich.“ Begabung wird überbewertet. Und vor allem: „Was man macht, muss einfach grundsätzlich Spaß machen.“
Wie geht es weiter?
Herzlichen Dank an Sabina Berezowska, an Mirjam Forberger und an alle Teilnehmenden für die vielen Fragen! Am 16. November 2026 ist Frau Prof. Dr. Irene Esposito (Düsseldorf), Tagungspräsidentin der Jahrestagung 2027 zu Gast. Sie möchten selbst von Ihrem Karriereweg erzählen? Melden Sie sich gern in der Geschäftsstelle.
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