Die DGP will mit diesem reich bebilderten Heft Licht in den Arbeitsalltag in den Instituten für Pathologie bringen, der bei Außenstehenden häufig Klischeevorstellungen hervorruft.
Das reich bebilderte Heft richtet sich sowohl an die allgemeine Öffentlichkeit, als auch an angehende Mediziner*innen, TAs und Naturwissenschaftler*innen, die sich für eine Arbeit in der Pathologie interessieren.
Die digitale Version steht hier im Web-View oder als PDF-Download zur Verfügung.
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Etwa 1800 Pathologen praktizieren in Deutschland. Über sie und ihre Arbeit gibt es eine Menge Klischeevorstellungen – und viele davon sind falsch oder zumindest nur halbwahr, wie etwa die vom „Leichenaufschneider“. Womit also beschäftigen sich Pathologen wirklich? Ein Überblick über Geschichte, Aufgaben und neue Perspektiven der Pathologie
In Filmen heißt es oft „Die Leiche liegt in der Pathologie“. Tatsächlich wäre sie in der Rechtsmedizin. Die Pathologie diagnostiziert Krankheiten anhand von Gewebeproben, während die Rechtsmedizin Todesursachen klärt. Die Verwechslung stammt unter anderem aus der englischen Bezeichnung forensic pathologist.
Hin und wieder arbeiten Forensiker und Pathologen aber auch zusammen – etwa, wenn dem Todesopfer eines vermuteten Gewaltverbrechens bei der Obduktion ein Organ entnommen wird, das Veränderungen unklarer Ursache aufweist. In diesem Fall sind die Pathologen gefragt, die Gewebeproben des Organs histologisch unter dem Mikroskop zu untersuchen.
Auch in Krankenhäusern kommt es vor, dass Angehörige die Obduktion eines verstorbenen Patienten verlangen, wenn sie Klarheit über die genaue Todesursache bekommen wollen. Diese Obduktionen führen dann Patholog*innen durch.
Histopathologie – das Herzstück der modernen Diagnose
Die Histopathologie ist der klassische Kern der Pathologie. Sie untersucht Gewebe (Histologie) unter dem Mikroskop, um Veränderungen wie:
zu erkennen. Histopathologie liefert die entscheidende Diagnose, die in der Mehrzahl aller Krebsbehandlungen den weiteren Therapieplan bestimmt.
Sie umfasst:
Viele Patientinnen und Patienten wissen gar nicht, dass die wichtigste Entscheidung ihrer Behandlung – z. B. „Tumor ja oder nein?“ – immer durch die Histopathologie gestellt wird.
Molekularpathologie – Schlüssel der Präzisionsmedizin
Die Molekularpathologie analysiert genetische Veränderungen direkt im krankhaften Gewebe. Seit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms ist sie eine tragende Säule der modernen Onkologie.
Sie beantwortet entscheidende Fragen:
Beispiel: Bei Lungenkrebs bestimmen Mutationen wie EGFR, ALK, KRAS oder ROS1 die passende Therapie.
Die Molekularpathologie ergänzt die Histopathologie – beide zusammen bilden heute den Standard der modernen Diagnostik.
Digitale Pathologie – Mikroskopie im digitalen Zeitalter
Immer mehr Institute scannen Gewebeschnitte in extrem hoher Auflösung. Das ermöglicht:
Digitale Pathologie ist die Basis für vollständig vernetzte, zeitnahe Diagnostik.
Künstliche Intelligenz – Unterstützung für präzisere Diagnosen
Künstliche Intelligenz ist kein Ersatz, sondern ein zusätzliches Werkzeug der Pathologie. KI hilft bei:
Beispiel: Bei Prostatabiopsien unterstützt KI die Bewertung des Gleason-Scores.
Proteomik – Diagnostik im Proteinprofil
Proteine sind die Funktionsmoleküle der Zelle. Die moderne Proteomik kann Tausende gleichzeitig messen – und liefert neue Einsichten:
Besonders in der Brustkrebs- und Lungenkrebsdiagnostik gewinnt die Proteomik rasant an Bedeutung.
Spatial Transcriptomics – Genaktivität im räumlichen Kontext
Während klassische Genanalysen zeigen, welche Gene aktiv sind, zeigt Spatial Transcriptomics, wo genau im Gewebe diese Aktivität stattfindet.
Damit lassen sich:
Patholog*innen absolvieren in ihrer Ausbildung ein normales sechs- bis siebenjähriges Medizinstudium. Sie arbeiten eng mit Onkologinnen, Chirurginnen, Gynäkologinnen, Gastroenterologinnen, Dermatologinnen u. v. m. zusammen. Viele spezialisieren sich im Lauf ihres Berufslebens, z. B. auf gynäkologische, urologische oder gastrointestinale Pathologie. Ihre Diagnosen sind die Grundlage fast aller Therapieentscheidungen in der modernen Medizin.
Die Wurzeln der Pathologie reichen weit zurück:
Was einst vor allem die Untersuchung Verstorbener war, ist heute ein Hightech-Fach der Diagnostik lebender Menschen und einer der Motoren der medizinischen Innovation.
Die aktuelle interaktive Broschüre der DGP richtet sich vor allem an angehende Mediziner*innen, die sich für eine Laufbahn im Fachbereich Pathologie interessieren.
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