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Stellungnahme der DGP zum Krankenhausstrukturgesetz

Stellungnahme der DGP zur Frage nichtmengenanfälliger Leistungen, die einer Mengensteigerung unterliegen (d.h. keine Fixkosten-Degressionsabschläge)

Krebserkrankungen nehmen im Allgemeinen mit steigendem Alter zu. Im Zuge einer immer höheren durchschnittlichen Lebenserwartung der Bevölkerung ist es damit zu einem Anstieg der Krebserkrankungen gekommen und auch für die Zukunft ist daher mit einem weiteren Ansteigen zu rechnen. Da nahezu alle Krebserkrankungen durch histopathologische Untersuchungen diagnostiziert werden, haben die entsprechenden Untersuchungen zugenommen und werden weiter zunehmen. Da es sich bei jeder histopathologischen Krebsdiagnose um eine individuelle Diagnose handelt, sind diesbezüglich Fixkosten-Degressionsabschläge grundsätzlich nicht gerechtfertigt. Im Gegensatz müssen zwingend mengensteigerungsabhängige Aufschläge erfolgen, was sich wie folgt begründet:

  • Kontinuierlich steigender diagnostischer Aufwand: Jede histopathologische Krebsdiagnose wird zunehmend aufwändiger, da aufgrund klinisch-wissenschaftlicher Daten die Anforderungen an eine immer weiter differenzierende Tumortypisierung beständig zunehmen. Dies findet Eingang z.B. in S3-Leitlinien und Begutachtungskriterien für Tumorzentren und Organtumorzentren, was in der Diagnostik zusätzliche Spezialfärbungen, typisierende Immunhistologien und molekularpathologische Untersuchungen erfordert. Verbunden hiermit nimmt der technische und ärztliche Bearbeitungsaufwand beständig zu.
  • Interdisziplinäre Tumorboards: Die Mehrzahl der Tumorfälle werden in sog. Interdisziplinären Tumorboards besprochen, in denen die Pathologie obligat vertreten sein muss. Dieser besondere Aufwand, der in größeren Zentren über 20 zu betreuende Tumorboards/Woche umfassen kann, hat in letzter Zeit enorm zugenommen und ist nicht angemessen abgebildet.
  • Prädiktive Molekulardiagnostik: Die neuen, zunehmend in der Krebstherapie eingesetzten, gezielten Medikamente erfordern häufig eine komplexe und aufwändige molekulare Tumordiagnostik, um die Patienten zu bestimmen, die von den entsprechenden Medikamenten profitieren können. Diese Untersuchungen sind für die Therapie obligat und insbesondere im DRG für stationäre, gesetzlich versicherte Patienten überhaupt nicht abgebildet.
  • Qualitätssicherung: Die o.g. Untersuchungen erfordern einen zunehmenden Aufwand in der Qualitätssicherung durch strukturiertes Qualitätsmanagement, Akkreditierung/Zertifizierung und Teilnahme an Ringversuchen. Dies ist z.B. durch die Vorgaben der Organkrebszentren/Tumorzentren verbindlich; die Kosten hierfür sind nicht abgebildet und können je nach Einrichtungsgröße nur für den Bereich der Tumordiagnostik 100.000 €/Jahr leicht überschreiten.
  • Weiterbildung: Die o.g. neuen Technologien und Untersuchungsanforderungen bedingen einen hohen spezifischen Weiterbildungsaufwand, der nicht abgebildet ist.

Diese Tatbestände machen deutlich, dass im Bereich der Tumordiagnostik eine deutlich verbesserte Vergütung der enorm zunehmenden, verpflichtenden diagnostischen Leistungen erforderlich ist, da sonst die Qualität der Patientenversorgung gefährdet ist. Besonders erschwerend kommt hinzu, dass die neuen, verpflichtenden Leistungen der Pathologie im DRG nicht abgebildet werden können. Auf keinen Fall sind hier mengensteigerungsabhängige Abschläge auch nur in Erwägung zu ziehen.

Die Stellungnahme als PDF

Hintergrund der Stellungnahme:
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) war daran interessiert von den medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zu erfahren, bei welchen Leistungen aus rein medizinischen (und nicht wirtschaftlichen) Gründen eine Mengenausweitung zu erwarten ist (z.B. aus demografischen Gründen, wegen steigender Prävalenz und/oder Inzidenz von Erkrankungen etc.).

Kontakt:
Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP)
Dipl.-Pol. Jörg Maas, Generalsekretär
Beatrix Hesse, M.A., Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Robert-Koch-Platz 9
10115 Berlin
Telefon: +49 (0)30 25 76 07-27, -28;
E-Mail: geschaeftsstelle@pathologie-dgp.de 

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