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Rudolf-Virchow-Preis 2016 für wegweisende Forschung über bösartige Knochentumoren verliehen

Copyright: Daniel Baumhoer, 2016.

Prof. Dr. Daniel Baumhoer vom Universitätsspital Basel erhält im Rahmen der 100. Jahrestagung der DGP den Rudolf-Virchow-Preis 2016. Die Auszeichnung, die herausragende Forschung in der Pathologie würdigt, wird Baumhoer für seine molekulargenetische Untersuchung von bösartigen Knochentumoren zugesprochen.

„Umfassend, wegweisend, neue Therapieansätze eröffnend“ – die Jury des Rudolf-Virchow Preises der Deutschen Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP) war sich einig in ihrer Beurteilung des diesjährigen Preisträgers: Prof. Dr. Daniel Baumhoer, seit 2009 Facharzt für Pathologie und seit Mitte 2014 Leiter des Knochentumor-Referenzzentrums am Universitätsspital Basel, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Erforschung von Knochentumoren – einer, gemessen an anderen Tumorerkrankungen, seltenen Entität.

Die von ihm untersuchten Osteosarkome treten vorwiegend bei Kindern und Jugendlichen auf; die Überlebenschancen mit dieser Erkrankung liegen derzeit zwischen 60 und 70 Prozent. „In der Therapie hat sich seit Jahrzehnten kaum etwas geändert. Ich möchte deshalb mit meiner Arbeit zur Entwicklung individuellerer Therapiekonzepte beitragen, um die Heilungs- und Überlebenschancen der Betroffenen zu erhöhen“, sagt Baumhoer über seine Motivation für die molekulargenetischen Untersuchungen.

Der molekularen Signatur auf der Spur

Anhand von prätherapeutischen Biopsien von 31 Osteosarkomen hat Baumhoer mit Hilfe von Sequenzier- und Copy-number Analysen Signaturen ermittelt und diese Veränderungen an einem weiteren Kollektiv von 92 Osteosarkomen validiert. Neben den TP53- und Rb1-Genmutationen, die bisher im Vordergrund molekulargenetischer Betrachtungen standen, wurden durch die Untersuchungen weitere zwölf tumorrelevante Treibergene und erstmals eine BRCA-ähnliche molekulare Signatur identifiziert, die mit Defekten in der DNA Reparatur in Verbindung gebracht werden (Titel der in Nature Communications publizierten Arbeit: Kovac M, Blattmann C, Ribi S, (...), Nathrath M, Baumhoer D., „Exome sequencing of osteosarcoma reveals mutation signatures reminiscent of BRCA deficiency“. Nat Commun. 2015;6:8940).

Daniel Baumhoer studierte an der Universität Göttingen und absolvierte den größten Teil seiner späteren medizinischen Weiterbildung in der Schweiz. Seit Oktober 2015 hat er in Basel eine Stiftungsprofessur inne.

Der Rudolf-Virchow-Preis wird während der Eröffnungsveranstaltung der Jahrestagung am 19. Mai (ab 18.15 Uhr) verliehen. Kurz vorher haben Medienvertreter in einer Pressekonferenz um 16.30 Uhr Gelegenheit, den Preisträger kennenzulernen.

Ort: bcc Berlin Congress Center, Raum 08, Ebene A
       Alexanderstr. 11
       10178 Berlin

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