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Positive Jubiläums-Bilanz: Lebhaftes Interesse an den Tagungsschwerpunkten Uropathologie und Innovative Technik

Eröffnung der Tagung durch die Tagungspräsidentin Frau Prof. Ruth Knüchel-Clarke (Foto: ©DGP, Berlin 2016)

912 Teilnehmende und 49 Aussteller kamen in diesem Jahr nach Berlin ins bcc zur 100. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pathologie e.V. (DGP). In zahlreichen Foren, Symposien und Workshops diskutierten Mediziner mit Naturwissenschaftlern und Medizinisch-Technischen Assistenten die Schwerpunkt-Themen Uropathologie und Innovative Technik.

Lebhaft, kommunikativ und informativ – so erlebten die Teilnehmer die diesjährige Jubiläums-Jahrestagung „Zurück in die Zukunft“ der DGP. Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung vom 19. bis 21. Mai im Berliner Congress Centrum (bcc) standen die Herausforderungen in der Uropathologie sowie innovative Technologien unter Einbeziehung der modernen Molekular-  und Zytopathologie.

Viel Diskussionsstoff nach den Vorträgen

Rund um den Tagungsschwerpunkt Innovative Technologie wurden unter anderem bildgebende Verfahren, Virtuelle Mikroskopie  und Tissue Engineering in Vorträgen, Diskussionsveranstaltungen und Workshops thematisiert. Hierzu wie zur Uropathologie trugen zahlreiche renommierte, internationale Wissenschaftler vor und regten mit ihren Keynotes zu lebhaften Diskussionen an.

So beschäftigte sich etwa Prof. Dr. Gerd Binnig (Definiens AG, München) in seiner Keynote mit Tissue Engineering: „Tissue phenomics – discovering prognostic and predictive histological phenotypes“. Dr. Mark Rubin (Cornell University, New York) hielt einen interessanten Vortrag über „Precision medicine for prostate cancer“ und Prof. Dr. Fred Bosman (University Medical Center, Lausanne) sprach über „History and meaning of classification schemes for pathology“ – um nur einige zu nennen unter der Vielzahl von Vortragenden.

Mit großem Interesse wurden auch die Vorträge des Rudolf-Virchow-Preisträgers Prof. Dr. Daniel Baumhoer (Universitätsspital Basel) und der beiden Novartis-Preisträger Dr. med. Georg Gdynia (Universitätsklinikum Heidelberg) und Dr. Jan Pencik (Universitätsklinikum Wien) aufgenommen.

Zu Gast bei der Tagung war in diesem Jahr die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG).  „Die Radiologen waren sehr angetan und zufrieden von der Interaktion mit den Pathologen. Nachdem auch eine Delegation der Pathologen beim Kongress der Radiologen zu Gast war, hat sich ein sinnvoller Austausch weiter gefestigt. Insgesamt war die Mitarbeit der Radiologie an der Tagung sehr bereichernd“, sagte Tagungspräsidentin Prof. Dr. Ruth Knüchel-Clarke, Direktorin des Instituts für Pathologie an der RWTH Aachen und selbst Uropathologin.

Offene Atmosphäre durch interdisziplinären Dialog

Die DGP setzte auch mit dem diesjährigen Schwerpunkt wieder auf den interdisziplinären Dialog, was sich unter anderem auch in den Vorträgen widerspiegelte: Die  teilnehmenden Wissenschaftler trugen im Tandem vor – beispielsweise ein Pathologe mit einem Urologen.

Den Pathologen sollte dabei deutlich werden, wo die kritischen Entscheidungen für den Patienten liegen und welche konkreten Fragen der Klinische Partner aus der Pathologie beantwortet wissen möchte. Andere Tandems wiederum spannten Pathologen mit Radiologen oder junge mit erfahrenen Medizinern zusammen.

„Diese Dialog-Veranstaltungen und die vielen fruchtbaren Diskussionen haben zu der offenen und freundlichen Atmosphäre der Tagung beigetragen“, sagte Ruth Knüchel-Clarke. Einen für alle Seiten inhaltlich interessanten Austausch gab es auch zwischen den Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft für Zytologie (DGZ) und der AG Molekularpathologie. „Dieser Austausch ist zeitgemäß und richtungsweisend“, erklärte die Tagungspräsidentin: „Die Zytologie gehört inhaltlich zur Pathologie – und die Entwicklungen in der Molekularpathologie können gerade auch in der Zytologie für die Patienten gut genutzt werden.“

Jung trifft Alt beim Blick „Zurück zur Zukunft“

Der Aspekt „Austausch“ zog sich wie ein roter Faden durch die Jubiläumstagung: Jung und Alt  bestritten nicht nur gemeinsam Vorträge, sondern – gemäß dem Motto der Jubiläumstagung „Zurück in die Zukunft – auch eine spannende Diskussionsrunde mit der Frage: Was hat sich in den zurückliegenden Jahrzehnten in der Pathologie verändert, was wird sich noch verändern? Dies nicht nur hinsichtlich moderner Technologien und Diagnostik: Auch die Arbeitsbedingungen und Vernetzungsmöglichkeiten von Pathologen, gestern und heute, standen im Mittelpunkt der historischen Talk-Runde.

Dazu konnte etwa Prof. Dr. Horst Nizze, Emeritus der Universität Rostock, der DDR- wie Wendezeit als Pathologe intensiv erlebt hat, Interessantes beitragen. Er berichtete von seiner Karriere, beginnend als Sektionsgehilfe nach dem Abitur bis zum Vorsitzenden der DGP 2000/2001 – und übertitelte dies humorvoll mit „Vom Tellerwäscher zum Millionär“. Nizze begrüßte die Einrichtung einer „AG Geschichte“ innerhalb der DGP: „Die anzugehenden Themen sind ungemein vielfältig“, sagte er.

Karrierechancen für Pathologinnen

Eine andere Talk-Runde konzentrierte sich auf das Thema „Frauen in der Pathologie“. Ruth Knüchel-Clarke und Gisela Kempny, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Deutscher Pathologen (BDP) sprachen mit Dr. Astrid Bühren, ehemalige langjährige Präsidentin und heute Ehrenpräsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes, über Arbeitsbedingungen und Karrierechancen für Pathologinnen. Astrid Bühren betonte gleich zu Beginn: „Verglichen mit anderen Fächern in der Medizin steht die Pathologie in Sachen Frauen in leitenden Funktionen gut da.“

Fünf der 36 universitären Pathologischen Institute in Deutschland werden von Frauen (Ordinaria) geleitet. DGP-Tagungspräsidentin Prof. Dr. Ruth Knüchel-Clarke war 2003 die erste Pathologie-Ordinaria und somit so etwas wie ein „Role Model“ für die nachfolgende Generation. Damit erreicht die Pathologie zwar einen guten Schnitt. Das  darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es immer noch Stolpersteine auf dem Weg zu einer Medizinerinnen-Karriere gibt. So beträgt laut Statistik der Bundesärztekammer (2015) der Anteil von Pathologinnen in leitender Funktion bei den stationär tätigen Ärzten nur rund 16 Prozent.

Medizinerinnen brauchen Netzwerke

Astrid Bühren machte auf eine auffällige Diskrepanz aufmerksam: Laut einer Umfrage des Hartmannbundes (2014) streben zwar 50 Prozent der jungen Medizinerinnen eine Karriere als Ober- oder als Chefärztin an. Doch gleichzeitig sind zwei Drittel der Frauen überzeugt, dass sie nicht die gleichen Chancen auf eine Karriere haben wie ihre männlichen Kollegen.

Bühren nannte einige Voraussetzungen, die aus ihrer Sicht unabdingbar sind, um das „Projekt Karriere“ erfolgreich voran zu treiben: eine nachdrücklich Förderung durch Vorgesetzte;  ein gutes berufliches (Frauen-)Netzwerk – daran mangele es noch sehr; transparente Berufungsverfahren für Professuren, die Leistung honorieren und nicht das Geschlecht; familienfreundliche Strukturen, vor allem auch in den großen Kliniken und nicht zuletzt: einen unterstützenden Partner.

Erneut viele studentische Tagungsbesucher

Auch die Jubiläums-Jahrestagung machte einmal mehr deutlich, dass der DGP der Mediziner-Nachwuchs am Herzen liegt – und umgekehrt der Nachwuchs großes Interesse an der Pathologie zeigt: 18 Prozent der diesjährigen 912 Tagungsteilnehmer waren Studierende, denen eine kostenlose Teilnahme ermöglicht wurde – fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Den größten Anteil an den Tagungsteilnehmern stellten, wie auch 2015, die Ärzte (45 Prozent). Ferner waren 49 Aussteller mit ihren Ständen im Foyer des bcc präsent.

Sehr zufrieden sind DGP-Vorstand wie Tagungspräsidentin auch mit der erstmaligen Kooperation mit dem Dachverband für Technologen/innen und Analytiker/innen in der Medizin Deutschland e.V. (DVTA): Das Workshop-Programm in Analysetechniken für Medizinisch-Technische Assistenten war mit 80 Teilnehmern sehr gut besucht.

Ausblick auf 2017

Im kommenden Jahr tagen die Pathologen in Erlangen, Tagungspräsident ist Prof. Dr. Arndt Hartmann, Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Erlangen. 2017 stehen die Themen Kopf-Hals-Pathologie, Pathologie und Genetik sowie Pathologie und Immuntherapie im Mittelpunkt. Zudem feiert die DGP ihr 120-jähriges Bestehen.

Pressekontakt: Geschäftsstelle Deutsche Gesellschaft für Pathologie e.V.
Jörg Maas, Generalsekretär
Beatrix Hesse, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Robert-Koch-Platz 9, 10115 Berlin
Telefon: +49 (0)30 25 76 07-27, -28
E-Mail: geschaeftsstelle@pathologie-dgp.de
www.pathologie-dgp.de

Mareike Knoke
Die Journalistenetage, www.journalistenetage.de/mareike-knoke
Prinzessinnenstr. 20, 10969 Berlin
Telefon: +49 (0)30 28 45 28 51
E-Mail: mareike.knoke@gmx.de

 

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